Tipps & Tricks für den perfekten 20er Jahre-Look



motiv: roaring twenties

Das Krimispiel „Um Vaters Willen“ spielt in den „roaring twenties“. Um Dich zu verkleiden, brauchst Du keine riesigen Geldsummen auszugeben oder gar ein Kostüm zu nähen. Trotzdem solltest Du etwas vom Lebensgefühl und Stil dieser Epoche schnuppern. Dann genügt es, etwas, was Du schon im Schrank hast mit Accessoires zu ergänzen oder in Vintage-Shops, Second-Hand-Läden und Flohmärkten nach etwas Passendem Ausschau zu halten. Alles, was Du brauchst ist etwas Vorstellungskraft und Inspiration. Die heutige Mode ist gar nicht allzu weit vom Stil der 20er-Jahre entfernt.

Schaut Euch Filme wie „The Great Gatsby“, „Magere Zeiten“ oder „Mrs. Dalloway“ an.

Der Zeitgeist der 20er Jahre

Die 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts brachten einen enormen gesellschaftlichen Umbruch, besonders für Frauen. Quasi auf einen Schlag befanden sie sich in der Moderne. Besonders aufgrund des politischen Wandels nach dem Ersten Weltkrieg und dem rasanten technologischen Fortschritt: Autos, Motorräder, Aufzüge, Radio, Elektrizität und fließendes Wasser in den Haushalten, moderne Architektur. Frauen erhielten das Wahlrecht, wurden finanziell unabhängig, gingen zur Arbeit, gingen mit Männern aus, die sie kaum kannten (OmG!), trugen auffälliges Make-up, rauchten, fuhren selbstständig Autos ohne Angst vor Geschwindigkeit, betranken sich, gingen auf Swing-Partys und ins Kino… Die Liste der neuen Möglichkeiten und Freiheiten ist endlos. Es war die Zeit der großen Damen, der Attitüden. Frauen kopierten Diven wie Josephine Baker oder Zelda, die Frau des berühmten Schriftstellers F. Scott Fitzgerald.

Kleider
Die Kleider der 1920er kann man mit der Überschrift zusammenfassen: „Knielang und niedrige Taille“. Entweder ärmellos oder ein tiefer V-Ausschnitt vorn wie hinten. Man zeigte Haut an Beinen und Armen und hielt den Torso bedeckt. Dazu trug man lange Perlenketten, angesteckte Blumen, Halsbänder, halb durchscheinende Stoffe, Stickereien, Pailletten; Chiffon etc.

Wenn Du ein Kleid oder Nachthemd ohne Taille hast, ist das schon eine gute Richtung. Such in Deiner Wäsche nach einem langen Unterhemd. Das hat meist die Form, die Du haben willst. Du kannst eine nach unten versetzte Taille andeuten, indem Du ein Tuch um Deine Hüfte bindest.

Die Kleider der 1920er waren dazu gedacht, die weiblichen Kurven zu kaschieren. Deshalb spielt Deine Figur keine Rolle. Ein gerades-Taillen-Kleid wird Dir automatisch eine knabenhafte Figur verleihen. Für diesen Look vergisst Du bitte gleich jede Art von Push-Up BHs, keine Polster, nicht einmal normale Bügel BHs.

Schuhe
Das wird vielleicht etwas schwieriger, aber mit den richtigen Schuhen machst Du den Look perfekt. Sorry, dass ich das an dieser Stelle sagen muss, aber High Heels gab es 1920 noch nicht. Wenn Du hohe Absätze trägst, zerstörst Du also den zeitgemäßen Eindruck. Aber wenn Du nur Schuhe mit hohen Absätzen hast, dann suche Dir welche aus, die vorne an den Zehen rund sind und Riemchen an Steg und Fesseln haben.

Bevorzuge auf jeden Fall flachere Absätze. Die Schuhe der 1920er waren zum Tanzen gedacht. Und niemand kann auf Sling-back-Stilettos den Charleston tanzen ohne sich die Beine zu brechen! Wenn Du dir den perfekten Look zulegen willst, schau Dich nach den so genannten Mary Jane-Schuhen mit Riemchenschnallen um. Alles, was irgendwie nach Steppschuh aussieht ist großartig. Wenn Du noch einen drauf setzen willst, hol Dir diese Schuhe im zwei Farbtöne-Design.

Hüte und Stirnbänder
Unverzichtbar für den 20er-Jahre-Look sind Hüte oder Stirnbänder. Der Glockenhut ist genau richtig, um den Look zu vervollständigen. Auch eine Mütze, die glatt am Schädel liegt, wie eine Badehaube, sieht authentisch aus. Sie kann aus Spitze, gehäkelt, gestrickt, mit Perlen, Blüten und aufwendigem Schmuck versehen sein. Wenn Du solch eine Kappe, Hut oder Mütze findest, brauchst du Dir um das Hairstyling keine Sorgen mehr zu machen. Einfach Haare unter die Mütze ziehen und fertig!

Stirnbänder sind eine einfache und großartige Weise, den Look wiederaufleben zu lassen. Wenn Du ein schmales Tuch oder ein Samtband hast, binde es um Deinen Kopf, oberhalb Deiner Augenbrauenlinie und knote es am Hinterkopf. Du kannst das Band gerne mit einer Feder, Brosche oder Stoffrosen ergänzen. Es gibt viele günstige und hübsche Haarbänder heutzutage, die Du einfach nur über Deine Haare ziehen musst.

Stichwort Haare...

1920er-Jahre-Frisuren
Wenn Du bereits einen Bobhaarschnitt hast, ist das schon die halbe Miete. Dennoch tragen die wenigsten den klassischen Look dieser Zeit. Es ist hilfreich, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass Frauen wirklich davor zurückschreckten, ihre Haare zu einem Bob schneiden zu lassen. Er galt als drastischer Schritt, geradezu männlich oder zumindest unweiblich, sogar noch in seiner Hochsaison. „To bob or to not bob“ war die große Frage in der damaligen Modediskussion.

Wenn Du zu kurze Haare hast, gibt es bei Amazon billige Perücken. Oder Du gestaltest Dein Schleifenband am Kopf zum Ausgleich etwas pompöser.

Wenn Du lange Haare hast, versuche es mit einem Dutt. Binde deine Haare tief im Nacken und wickle den Pferdeschwanz zu einer Brötchenform und stecke ihn fest. Du kannst diese Frisur auch mit einem Haarband kombinieren, wenn der Dutt weit genug im Nacken befestigt ist.

Alternativ dazu kannst Du Deine Haare nach hinten gelen wie Josephine Baker. Dazu solltest Du die Haare in Wellen formen und die Enden zu runden Locken zwirbeln. Benutze reichlich Gel und Haarspray und Deine Finger. Das kannst Du auch gut mit kurzem Haar machen.

Authentische Accessoires 

Halterlose Strümpfe: Rolle Deine halterlosen Strümpfe bis direkt unterhalb des Knies herunter. So erreichst Du den ultimativen 1920er-Jahre-Look. Du kannst auch Overknee-Strümpfe nehmen, die diesem Look entsprechen, wenn Du sie ein wenig herunterziehst.

Halstuch: entweder lange und schmale Schaltücher mit Flitter oder lange Federboas – beides ist essentieller 1920er-Jahre-Stil.

Handschuhe: lange Satin oder Seidenhandschuhe, die gut sitzen und eng anliegen.

Perlenkette: Je länger, desto besser! Du kannst auch mehrere Ketten von unterschiedlicher Länge gleichzeitig tragen. Keine kurzen Halsketten und Colliers! Wenn Du keine Perlenkette hast, hänge Dir ein schmales sehr langes Tuch um, das Du Dir um einmal um den Hals wickelst und zu beiden Seiten vorne gerade herunter hängen lässt.

Augenbrauen: dramatisch mit dunklem Augenbrauenstift.

Augen: jede Menge Eyeliner um die Augen und stahlgrauem Lidschatten. Und unglaublich viel Wimperntusche. Davon kann es nie zu viel sein!

Lippenstift: ist ein absolutes Muss. Betone besonders die obere Einkerbung der Lippen und forme die Lippenspitzen zu einer Herzform. Denke an die Stummfilm-Zeit! Wähle eine Farbe mit starkem Kontrast, keine pinken Töne, keinen farblosen Lippgloss!

Für „Drüber“: knie- oder wadenlanger gerader Strick-, Flanell- oder Pelzmantel, Ponscho, Stola, Weste mit Gürtel, Capes.

Accessoires: Broschen, Seidenblumengebinde am Handgelenk oder im tiefen Ausschnitt eines Kleides, Haarnadeln, Hutnadeln und Broschen in allen Größen und Formen. Die lange Zigarette darf natürlich nicht fehlen!!! Art-Deco-Pillen- und Puderdose aus Metall.

Handtasche: glitzernde Clutch mit großer Schnalle oder kleiner Beutel aus Samt und Seide, der am Handgelenk getragen wird.

 

Und jetzt zu den Männern

Das ist leicht!

Anzüge: schmale, auf Figur geschnittene Anzüge mit schmalen Hosenbeinen. Uni war ebenso beliebt wie Nadelstreifen oder große Karos.

Hosen: Flanellhosen kamen auf. Jungen wie Männer trugen gerne knielange Hosen, ebenso gestreifte oder karierte Hosen.

Oberteile: schlichte helle Hemden mit Hosenträgern und Pullunder, Feinstrickjacke, schmal geschnittene Jacketts.

Krawatten: schmal und lang

Haare: straff zur Seite oder nach hinten gekämmt und mit Wachs, Pomade oder Gel fixiert.

Gesichtsbehaarung: Schnäuzer gut, Kinnbärte waren weniger angesagt.

Mützen! Mützen! Mützen! Baskenmütze, Ballonmütze, Schiebermütze, Stetson, die Elblotsenmütze, Schaffnermützen etc…

Schuhe: Knöchelhohe Schuhe wurden immer moderner. Entweder mit farblich kontrastierender Gamasche oder zweifarbig!

Accessoires: ZigarreN, Monokel, Nickelbrille, Taschenuhr, Manschettenknöpfe, Anstecknadeln, Einstecktuch, Zigaretten-Etui. Sehr große Feuerzeuge!

Anregungen zum googeln:

  • Flapper girl Kleider
  • Mary Jane Schuhe
  • Gatsby Kleider
  • Federboa
  • Glockenhut
  • Haarband
  • Perlenmützen
  • Charleston Kleider
  • Fransenkleider
  • Vintage
  • Zigarettenstange

Hier geht es weiter zu Krimi-Rollenspielen aus den roaring twenties:

"Ihr Mörderlein, kommet!"

"Mord im Orient Express"